Wacholderheide im Naturschutzgebiet Klatenberge bei Telgte
Foto: HaJoGr / Wikimedia Commons – Bildquelle und Lizenz – CC BY-SA 4.0
Freizeit · Naturreservate

Wacholderheide Klatenberge

Eine seltene Heidelandschaft mitten in den bewaldeten Dünen der Klatenberge bei Telgte. Wacholder, Heide, offene Sandflächen und alte Bäume machen diesen kleinen Naturraum zu einem besonderen Ausflugsziel im Münsterland.

Naturschutzgebiet Klatenberge · WAF-074.
Schutzgebiet Rund 36,19 Hektar.
Wacholderheide Rund 3,5 bis 4 Hektar Heidefläche.
Erreichbar Die Heide ist nur zu Fuß erreichbar.

Überblick

Die Wacholderheide Klatenberge liegt zwischen Telgte und Westbevern in den bewaldeten Dünen der Klatenberge. Die Heide ist ein Relikt einer Landschaft, die im Münsterland früher wesentlich weiter verbreitet war.

Heute liegt die offene Heidefläche wie eine kleine Landschaftsinsel mitten im Kiefernwald. Wacholdersträucher, Besenheide, offene Sandbereiche und alte Bäume verleihen dem Gebiet einen besonderen Charakter.

Die Klatenberge sind deshalb nicht nur ein schönes Ziel für Spaziergänge und Wanderungen, sondern auch aus naturschutzfachlicher und kulturhistorischer Sicht besonders interessant.

Besonderheit: Die Wacholderheide ist die letzte bekannte Wacholderheide im Kreis Warendorf und gehört zu den wenigen erhaltenen offenen Dünenlandschaften im Münsterland.

Naturschutzgebiet Klatenberge

Das Naturschutzgebiet Klatenberge wird unter der Kennung WAF-074 geführt. Es umfasst rund 36,19 Hektar und wurde im Jahr 2008 unter Naturschutz gestellt.

Geschützt werden unter anderem die Lebensgemeinschaften der Binnendünen, die Wacholderheide und die offenen Sandmagerrasen. Das Gebiet besitzt wegen seiner seltenen Landschaftsform sowie seiner kulturhistorischen Bedeutung einen besonderen Wert.

Wacholderheide

Die offene Heidefläche bildet den besonders wertvollen Kernbereich des Schutzgebietes.

Sandmagerrasen

Trockene, nährstoffarme Sandflächen bieten spezialisierten Pflanzen- und Insektenarten geeignete Lebensräume.

Dünen & Kiefernwald

Die offene Heide liegt innerhalb eines historischen Dünenzuges, der heute überwiegend von Kiefernwald geprägt ist.

Die Wacholderheide

Die eigentliche Heidefläche umfasst rund 3,5 bis 4 Hektar. Sie liegt mitten im Kiefernforst und ist durch offene Sandflächen, Heidevegetation, Wacholdersträucher und einzelne ältere Bäume geprägt.

Früher waren große Teile des Münsterlandes von Heideflächen geprägt. Die nährstoffarmen und trockenen Sandböden eigneten sich vielerorts nur eingeschränkt für den Ackerbau. Durch Veränderungen der Landnutzung verschwanden diese Landschaften weitgehend.

Die Klatenberge bewahren deshalb ein Stück dieser historischen Landschaft. Gleichzeitig bietet die offene Heide spezialisierten Arten Lebensräume, die im ansonsten bewaldeten Gebiet selten geworden sind.

Besenheide

Die Heidevegetation prägt das Erscheinungsbild der offenen Fläche und sorgt besonders im Spätsommer für die typische Heidelandschaft.

Wacholder

Knorrige Wacholdersträucher gehören zu den auffälligsten Pflanzen der Heide und geben dem Gebiet seinen Namen.

Offene Sandflächen

Die trockenen und nährstoffarmen Sandbereiche sind für wärme- und trockenheitsliebende Arten besonders wertvoll.

Besonders schön: Zur Heideblüte im August und September zeigt sich die Landschaft besonders eindrucksvoll. Die offenen Sandflächen und knorrigen Wacholdersträucher geben der Heide dann ihren typischen Charakter.

Klatenberge – Dünenlandschaft im Münsterland

Die Klatenberge gehören zu den Flugsandgebieten, die das Tal der Ems begleiten. Wind verfrachtete Sand während und nach der letzten Eiszeit und bildete die für das Gebiet charakteristischen Dünenformen.

Heute sind große Teile der Klatenberge bewaldet. Besonders prägend sind Kiefernforste. Dazwischen liegen jedoch offene und lichte Bereiche, die an die frühere Heidelandschaft erinnern.

Flugsanddünen

Die Klatenberge sind Teil des Ems begleitenden Dünensystems und unterscheiden sich dadurch deutlich von der umgebenden Landschaft.

Kiefernwald

Große Teile der Dünen sind heute bewaldet. Die Kiefern prägen das Landschaftsbild rund um die offene Heide.

Offene Landschaft

Die verbliebenen Heide- und Sandflächen sind besonders wertvoll, weil sie einen seltenen Lebensraum innerhalb des Waldes bilden.

Tiere & Pflanzen

Die trockenen, warmen und nährstoffarmen Bedingungen der offenen Dünenlandschaft ermöglichen das Vorkommen von Arten, die in vielen anderen Lebensräumen kaum noch geeignete Bedingungen finden.

Seltene Pflanzen

In den offenen und teilweise abgeschobenen Bereichen wurden seltene Pflanzenarten nachgewiesen, darunter beispielsweise der Frühlings-Spörgel.

Sandlaufkäfer

Die offenen Sandflächen bieten spezialisierten Insekten wie Sandlaufkäfern geeignete Bedingungen.

Tagfalter & Heuschrecken

Auch verschiedene Tagfalter und Heuschrecken profitieren von den warmen, offenen Lebensräumen.

Natur beobachten: Gerade die offenen Sand- und Heidebereiche sind empfindliche Lebensräume. Tiere und Pflanzen sollten nicht gestört oder beschädigt werden.

Die Wacholderheide entdecken

Die Klatenberge eignen sich für Spaziergänge, Wanderungen und Naturbeobachtungen. Durch Wald und Heide führen Wege und Pfade, die das Gebiet erschließen.

Spaziergang

Die Wacholderheide lässt sich gut mit einem Spaziergang durch den angrenzenden Kiefernwald verbinden.

Wanderung

Die Klatenberge können in längere Wanderungen rund um Telgte und die Emslandschaft eingebunden werden.

Naturfotografie

Heide, Wacholder, Sandflächen und der lichte Kiefernwald bieten zu verschiedenen Jahreszeiten interessante Motive.

Tipp: Besonders zur Heideblüte im August und September lohnt sich ein Besuch. Die höchste Dünenkuppe bietet einen schönen Blick über die offene Heidelandschaft.

Anreise & Zugang

Die Wacholderheide liegt an der Grevener Straße (L 811) zwischen Telgte und Westbevern. Die Heide selbst ist ausschließlich zu Fuß erreichbar.

Entlang der L 811 befindet sich ein breiter Parkstreifen. Von dort sind es ungefähr 500 Meter zu Fuß bis zur Wacholderheide. Wegen der tiefen Sandwege ist die direkte Anfahrt mit dem Fahrrad nicht zu empfehlen.

Wichtig: Die letzten rund 500 Meter zur Heide führen zu Fuß über sandige Wege. Für Fahrräder sind diese Wege wegen des tiefen Sandes nur eingeschränkt geeignet.

Waldschwimmbad Klatenberg

Direkt am Naherholungsgebiet Klatenberg befindet sich das Waldschwimmbad Klatenberg. Das Freibad liegt am Waldweg und verbindet einen klassischen Freibadbesuch mit der Umgebung der Klatenberge.

Das Waldschwimmbad verfügt über große Grünflächen, alten Baumbestand und einen Kinderspielbereich. Die Freibadsaison läuft üblicherweise von Mai bis September; aktuelle Öffnungszeiten und Hinweise sollten vor einem Besuch bei der Stadt Telgte geprüft werden.

Hinweis: Das Waldschwimmbad ist ein separates kostenpflichtiges Freizeitangebot. Der Besuch der Wacholderheide und des Naturschutzgebietes ist davon unabhängig.

Rücksicht auf die Natur

Die Wacholderheide ist ein empfindlicher und naturschutzfachlich wertvoller Lebensraum. Gerade die offenen Sandflächen und die Heidevegetation benötigen Schutz vor Trittschäden und Störungen.

Auf den Wegen bleiben

Bitte markierte beziehungsweise vorgesehene Wege nicht verlassen und die empfindlichen Heide- und Sandflächen nicht betreten.

Pflanzen schützen

Pflanzen und Wacholdersträucher bitte nicht beschädigen oder mitnehmen.

Keinen Müll zurücklassen

Wer eine Pause macht oder picknickt, nimmt bitte alle Abfälle wieder mit.

Natur erleben statt Natur verändern: Die Wacholderheide ist gerade deshalb besonders, weil hier ein kleines Stück historischer Heidelandschaft erhalten geblieben ist.

Passende Informationen

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Weitere Informationen

Bildquelle

Heidefläche im NSG Klatenberge

Das Titelbild zeigt die Heidefläche im Naturschutzgebiet Klatenberge bei Telgte. Das Foto wurde am 4. September 2018 von HaJoGr aufgenommen und auf Wikimedia Commons unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 veröffentlicht.

Bild auf Wikimedia Commons

Stand der Informationen: 13.09.2026. Angaben zu Wegen, Zugängen, Naturschutzbestimmungen und Einrichtungen können sich ändern. Für den aktuellen Schutzstatus und fachliche Angaben sind die zuständigen Behörden maßgeblich.